Netzwerk für Courage und Demokratie

.. wie Schülern mehr als nur Fächer pauken vermittelt wird.

Quelle: Netzwerk für Demokratie und Courage

 

1. Was macht ihr und wer macht bei euch mit?

Wir als Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. sind der sächsische Träger des bundesweit tätigen Netzwerks für Demokratie und Courage. In Sachsen haben wir drei sogenannte Netzstellen, eine davon befindet sich in Dresden. Im Vordergrund unserer Arbeit stehen unsere Projekttage „Für Demokratie Courage zeigen“ für Schulen und Jugendeinrichtungen jeder Art ab einem Alter von 14 Lebensjahren. In unterschiedlichen Konzepten mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten (bspw. Rassismus oder Neonazismus u.a.) geht es stets um die Auseinandersetzung und gemeinsame Reflexion von Diskriminierung, menschenverachtenden Einstellungen und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Diesen Phänomenen wollen wir gemeinsam mit couragiertem Handeln entgegen- und für eine offene Gesellschaft eintreten, indem wir Handlungsmöglichkeiten diskutieren und aufzeigen. Die Projekttage werden von einem dafür von uns ausgebildeten, jungen, freiwillig engagierten Team durchgeführt. Das ehrenamtliche Team in Dresden umfasst kontinuierlich ca. 40 Personen. Jedes Jahr werden in zwei Schulungen neue Teamer*innen ausgebildet. Mitmachen kann jede und jeder im Alter zwischen 18 und 30 Lebensjahren. Begleitet wird das freiwillig tätige Team von in der Netzstelle hauptamtlich beschäftigten Personen, welche sich um die Administration, Organisation und Betreuung des Teams kümmert. In den Projekttagen kommen aktivierende, jugendgemäße und spielerische Methoden zum Einsatz. Dabei wollen wir diejenigen erreichen, die noch kein gefestigtes „rechtes“ Weltbild haben. Wir wollen nicht-rechte Jugendliche stärken und sie ermutigen nicht wegzusehen, wenn andere rassistisch denken, reden und handeln.

In der Netzstelle Dresden betreuen wir nebst Projekttagen auch das bundesweit tätige Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Das Projekt bildet den Rahmen für ein langfristiges, nachhaltiges Engagement an der Schule. Damit eine Schule den Titel mit selbstverpflichtendem Charakter „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erlangen kann, müssen die Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte einer Schule selbst aktiv werden. Gemeinsam werden Aktivitäten für eine offene Auseinandersetzung mit Gewalt und Diskriminierung initiiert und Projekte durchgeführt. Wir als Koordinierungsstelle bieten Unterstützung und begleiten sowohl Schulen im Prozess der Titelerlangung, übergeben feierlich den Titel und stehen danach beratend bei der Durchführung von Projekten zur Seite.

Im Rahmen von Schulprozessberatung begleiten und beraten wir Schulen auch langfristig bei der Profil- und Strategieentwicklung im Umgang mit menschenverachtenden Einstellungen und Diskriminierung. Auch bieten wir Fortbildungen und Argumentationstrainings zur Thematik für Pädagoginnen und Pädagogen an. Alle unsere Bildungsangebote sind kostenlos und können bequem auf unserer Website oder telefonisch nachgefragt und gebucht werden.

 

2. Inwiefern versteht ihr euch als Brückenbauer?

Wir bemühen uns Themen wie die Reflexion eigener Vorurteile, Diskriminierung und das Engagement für eine offene Gesellschaft an die Schulen zu bringen. In diesem Sinne verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen gesellschaftsrelevanten Themen und Schulen als gesellschaftlich äußerst relevanten Institutionen. Das heißt nicht, dass diese Themen an Schulen per se fehlen, wir bringen zur Thematik langjährige Erfahrung und damit eine gewisse Expertise mit, die wir den Schulen als Unterstützung gerne anbieten. Häufig sind diese Themen in Schulklassen äußerst präsent, aber es fehlt an einem geeigneten Rahmen sich damit auseinanderzusetzen. Diskussionen um Pegida oder den Zuzug durch geflüchtete Personen machen an der Schuleingangstür nicht halt, sondern es bedarf Raum und Zeit, sich damit auch in der Schule auseinandersetzen zu können. Genau da setzen wir an. Mit einem breiten Netzwerk an Kooperationspartnern der außerschulischen politischen Bildungsarbeit vermitteln wir gerne auch andere Bildungsangebote an Schulen. In diesem Sinne sind wir auch Brückenbauer zwischen den Bedarfen der Schulen und den zur Verfügung stehenden Angeboten externer Bildungsträger.

 

3. Wie kann man bei euch mitmachen? Wie kann man euch unterstützen?

Es gibt die bereits erwähnte Möglichkeit der Teilnahme an einer sogenannten Teamschulung, in der man sich für die Durchführung von Schulprojekttagen nach feststehenden Konzepten ausbilden lässt. Einmal im Team, gibt es vielfältige Möglichkeiten von Teammoderationen, Weiterbildungen, Er- und Überarbeitungen der Konzepte, Durchführung von Projekttagen und anderen Bildungseinheiten, bis hin zur Ausbildung als Trainer*in, welche wiederum neue Teamer*innen ausbilden. Mitmachen ist auch gleichzeitig die beste Unterstützung unserer Arbeit.  Als Netzwerk leben wir auch davon, dass sich andere Verbände und Vereine bei uns einbringen. Nur gemeinsam lassen sich unsere Ziele erreichen. Eine große Unterstützung ist es auch, unsere Bildungsangebote weiterzusagen und Schulen zu empfehlen.

 

4. Was wünscht ihr euch für Dresden?

Wir wünschen uns für Dresden, dass es eine lebenswerte Stadt für alle ist, ganz unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder wirtschaftlicher Situation. Wir wünschen uns, dass sich hier alle frei entfalten und gut leben können. Dazu bedarf es der Auseinandersetzung mit allen gesellschaftlichen Gruppen und deren Bedürfnissen. Wir wünschen uns Bildungseinrichtungen, welche auf aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen und Themen eingeht und die Auseinandersetzung damit nicht scheut. Dazu bedarf es Mut und Rückhalt aus der Politik.

 

Nähere Informationen zum  Netzwerk für Demokratie und Courage findet ihr hier.

Außerdem zu finden bei Facebook.

Quelle: Netzwerk für Demokratie und Courage